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Bonds & Co: Verkehrte Welt an den Rentenmärkten


Emden-Research.com – 11:05 Uhr: Während die Aktienmärkte also weiter haussieren, verlieren Marktteilnehmer die Risiken nicht aus dem Blick. Die nach wie vor unsichere Gemengelage prägt weiterhin das Kursgeschehen auch an den Rentenmärkten. Sichere Anlagehäfen sind weiterhin gefragt. Dies gilt natürlich vor allem für Staatsanleihen mit hoher Bonität, für die vor allem westliche Industriestaaten stehen. Zu dem noch ungelösten Handelskonflikt zwischen den USA und China, den konjunkturellen Sorgen sowie der Hängepartie in Sachen Brexit, wird der Renditedruck an den Rentenmärkten noch von der wieder locker tendierenden Geldpolitik der US-Notenbank forciert.

Als Paradebeispiel für den Zinsverfall lassen sich 10-jährige Bundesanleihen anführen, die zuletzt erstmals seit Bestehen negativ rentierten. Die Europäische Zentralbank lässt grüßen! Damit zogen deutsche Staatspapiere zeitweise mit Japan gleich, jedoch mit dem Unterschied, dass im Land der aufgehenden Sonne von Kurzläufern ab zwei Jahren bis hin zu 10 jährigen Langläufern gleich sämtliche Laufzeiten im negativen Zins-Terrain notieren. Aktuell gibt es bei einer 10-jährigen Bundesanleihe eine Rendite von 0,05 Prozent zu vereinnahmen.

Wer innerhalb der alten Welt höhere Zinsen erwirtschaften möchte, könnte sich den betreffenden Pendants aus Italien zuwenden, wo es mit 2,38 Prozent deutlich mehr zu holen gibt. Dafür gilt es jedoch auch ein entsprechend höheres Ausfallrisiko in Kauf zu nehmen. Glücklicher schätzen können sich vor diesem Hintergrund Anleger, die US-Treasury Bonds im Depot halten. Bei einer Laufzeit von 10 Jahren lassen sich auf der anderen Atlantikseite noch 2,54 Prozent Rendite erzielen.

Wie verzerrt der Anleihemarkt sich präsentiert, ist daran zu erkennen, dass sich die USA zu höheren Kosten als Griechenland verschulden müssen. So notieren derzeit die Renditen fünfjähriger Anleihen Griechenlands unterhalb der Verzinsung von US-Titeln gleicher Laufzeit. Die im Vergleich zu den USA geringeren griechischen wie italienischen Anleihe-Renditen signalisieren damit kurioserweise, dass es sich bei den Mittelmeer-Anrainern um solidere Schuldner als die Vereinigten Staaten handeln soll! Verkehrte Welt.  

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Gregor Kuhn ist Co-Founder des Börsen- und Research-Portals Emden Research. Zuletzt leitete er die Ressorts Public Relations, Research und Education der in München ansässigen Bernstein Bank. Seit über 12 Jahren im Finanzsektor und Wertpapiergeschäft tätig, dabei u.a. als Niederlassungsleiter (CMC) und Senior Manager (IG Markets) internationaler börsennotierter Handelshäuser, zeichnet sich der studierte Diplombetriebswirt (Marketing, Communications, HR) und zertifizierte Eurex-Händler (Deutsche Boerse Group) durch seine Expertise in den Bereichen Marktanalyse, Brokerage und Trading börsennotierter Finanzinstrumente aus.

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