Brexit 2.0 – Nach der Abstimmung ist vor der Abstimmung

(Emden-Research.com – 10:10 Uhr) – Es zeichnete sich bereits im Vorfeld ab und so ist es dann auch passiert. Zum zweiten Mal erntet Premierministerin Theresa May im britischen Parlament eine krachende Niederlage. Mit deutlicher Mehrheit wurde auch der mit Brüssel nachverhandelte Brexit-Vertrag abgelehnt. Ein zeitnaher und geordneter EU-Austritt ist damit erst einmal vom Tisch. Zur Wochenmitte folgt nun die Abstimmung über ein Verlassen der Europäischen Union ohne vertragliches Abkommen. In diesem Falle wären die wirtschaftlichen Konsequenzen für Großbritannien allerdings gravierend. Kaum vorstellbar also, dass das Unterhaus diesem Szenario seinen Segen geben wird.

Findet auch der No-Deal-Brexit keine Mehrheit, dürfte am Donnerstag eine Abstimmung über einen an Brüssel zu stellenden Antrag auf Verschiebung der Brexit-Frist folgen. Gemäß Vereinbarung gilt es den britischen EU-Exit bis zum 29. März zu absolvieren. Liegt besagter Antrag auf Fristverlängerung  in Brüssel vor, bedarf dieser wiederum der Zustimmung aller EU-Mitgliedsstaaten, um einen ungeordneten Brexit doch noch zu vermeiden.  Mit anderen Worten: vor der Abstimmung ist nach der Abstimmung. Das Brexit-Drama geht also weiter und dürfte damit auch die Märkte noch geraume Zeit beschäftigen.

Mit entsprechender Zurückhaltung agieren die Anleger am deutschen Aktienmarkt. Bei aktuell 11.518 Punkten notiert der DAX 0,1 Prozent schwächer. Der Euro zeigt sich bei derzeit 1,1291 US-Dollar richtungslos. Gold kann von der unsicheren Gemengelage dagegen profitieren und erobert am Vormittag die Marke von 1.300 US-Dollar zurück. Das glänzende Edelmetall rückt zur Stunde um 0,5 Prozent auf 1.307 US-Dollar je Feinunze vor.  

Neben der weiteren Entwicklung in Sachen Brexit schauen Anleger im weiteren Tagesverlauf auch auf zahlreiche Publikationen von Konjunktur- und Unternehmensseite. Dabei rücken der Reihe nach insbesondere folgende Veröffentlichungen in den Fokus: 11:00 Uhr: Industrieproduktion – Eurozone (Januar) / 13:30 Uhr: Erzeugerpreisindex – USA (Februar) / 13:30 Uhr: Auftragseingänge langlebiger Güter – USA (Januar) / 15:00 Uhr: Bauausgaben – USA (Januar) / 15:30 Uhr: Wöchentliche EIA-Rohöllagerbestandsdaten – USA. Im Zuge der Bilanzsaison legen unter anderem folgende Unternehmen  ihre Quartalsberichte vor: Adidas, E.on, Innogy, Morphosys, Rheinmetall und Symrise.


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Gregor Kuhn ist Co-Founder des Börsen- und Research-Portals Emden Research. Zuletzt leitete er die Ressorts Public Relations, Research und Education der in München ansässigen Bernstein Bank. Seit über 12 Jahren im Finanzsektor und Wertpapiergeschäft tätig, dabei u.a. als Niederlassungsleiter (CMC) und Senior Manager (IG Markets) internationaler börsennotierter Handelshäuser, zeichnet sich der studierte Diplombetriebswirt (Marketing, Communications, HR) und zertifizierte Eurex-Händler (Deutsche Boerse Group) durch seine Expertise in den Bereichen Marktanalyse, Brokerage und Trading börsennotierter Finanzinstrumente aus.



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