Bitcoin & Co: Mining – Teil 8

(Emden-Research.com – 6:30 Uhr) – Rund um die Uhr transferieren Menschen Bitcoins über das Bitcoin-Netzwerk. Zwischen den Nutzern steht kein Intermediär, wie zum Beispiel eine Bank. Im Fachjargon wird ein solches System Peer-to-Peer (P2P) genannt. Das Bitcoin-Netzwerk wird alleine durch die Software gesteuert und muss von den beteiligten PCs und Handys, den Knoten (node) des Netzwerks, heruntergeladen werden. Jeder Knoten führt Buch über sämtliche Daten, die über das Netzwerk transferiert werden. Die Transaktionsdaten sind also völlig transparent. Jedoch sind die Nutzer anonym. Die Daten werden in Blöcken gespeichert und mit vorherigen Blöcken verbunden. Diese Aneinanderreihung wird Blockchain genannt.

Es gibt verschiedene Knoten. Je nach Funktion, Speicher, Prozessorleistung und Bandbreite des Computers laden diese die ganze Blockchain (full node) oder nur einen Teil davon (light node) herunter.  Miner sichern die Blockchain und kontrollieren den Zahlungsverkehr und laden daher die ganze Blockchain herunter. Es muss gewährleistet sein, dass stets eine gewisse Anzahl rund um die Uhr im Einsatz ist, damit die Blockchain nicht zusammenbricht. Es ist der Job des Miners, die Transaktionen zu bestätigen und in die Blockchain einzutragen. Deshalb werden die Miner für ihre Dienstleistung bezahlt.

Miner bestätigen Überweisungen

Als Miner, also Schürfer, verdient man virtuelles Geld damit, dass Rechnerleistung zur Verfügung gestellt wird. Allerdings ist hierfür so einiges an technischen Voraussetzungen nötig. Jeder neue Block mit Transaktionsdaten wird innerhalb des Bitcoin-Netzwerks an alle Teilnehmer gesendet und mit einem mathematischen Problem versehen, einer kryptografischen Hash-Funktion.

Um diese Hash-Funktion zu lösen, werden Miner gebraucht, die außerdem alle Transaktionen innerhalb des Blocks bestätigen. Dafür wird viel Rechenpower benötigt, da die Computer die Zielmenge der Hash-Funktion durch pures Erraten mit Millionen von Versuchen bestimmen. Dieser Vorgang und damit auch die Bestätigung einer Transaktion dauert in der Regel zehn Minuten.

Für die geleistete Arbeit werden die schnellsten unter ihnen durch eine anfallende Transaktionsgebühr und neu geschürfte Bitcoins entlohnt. Dieses Verfahren wird als Arbeitsnachweis (proof of work) bezeichnet.

Ohne die Miner würde das Prinzip Bitcoin also gar nicht funktionieren, denn jede Transaktion bliebe unbestätigt. Sobald die Hash-Funktion gelöst ist und die Transaktionen ausgeführt sind, wird der Block an die Blockchain angehängt. Dem Mining kommt also eine zentrale Rolle in dem Bitcoin-Ökosystem zu. Wie beim realen Goldschürfen ist auch beim Krypto-Mining die richtige Ausrüstung für den Erfolg oder Misserfolg der Unternehmung entscheidend. Vereinfacht gesagt ist das Mining umso erfolgreicher, je höher die Rechenleistung der verwendeten Geräte ist.

Hardware fürs Mining von Bitcoins und Ethereum

Als Mining Hardware kann ein handelsüblicher Personal Computer verwendet werden, der je nach Mining-Verfahren um mehrere leistungsfähige Global Processing Units (GPUs) bzw. Grafikkarten erweitert wurde. Diese Grafikkarten werden aber nicht zur grafischen Ausgabe verwendet, sondern die darauf befindlichen Prozessoren werden zur Lösung des Hash-Puzzles genutzt.

Ausgelöst durch den starken Kursanstieg bei Kryptowährung stieg in der Vergangenheit auch der Umsatz für Grafikkarten stark an. Die Gewinner des Mining-Booms waren vor allem die Marktführer für Grafikkartenchips Nvidia und AMD.

Für das Minen von Bitcoins gibt es seit 2011 allerdings spezielle Hardware, die noch effizienter als Grafikkarten zum Schürfen von Bitcoins geeignet sind. Dies sind ASIC-Boards (application-specific integrated circuit), die ausschließlich für das Schürfen von Bitcoins konstruiert worden sind und in kurzer Zeit alle anderen Mining-Methoden haben ineffizient werden lassen. Der PC dient dann nur noch zum Steuern dieser Hardware und zur Kommunikation nach außen.

Jedoch gibt es andere Kryptowährungen, wie Ethereum und Zcash, die das stromfressende Mining mit Grafikkarten rentabel machen können. Damit jedoch Erträge eingefahren werden können, braucht man sehr leistungsstarke Hardware, die unter Last ordentlich Strom verbraucht. Der Stromverbrauch ist ein großer Kritikpunkt am Mining von Kryptowährungen und global gesehen eine hohe Belastung für Umwelt und Ressourcen.

Angesichts der stark schwankenden Kurse ist das Krypto-Mining ein Risiko-Investment. Die Kosten für Hardware und Strom müssen durchgehend erwirtschaftet werden. Fällt der Kryptokurs drastisch, dann kann vor allem aufgrund der hohen Stromkosten der Betrieb der Mining Hardware plötzlich unrentabel werden. Dazu kommt, dass das Mining in den großen Kryptowährungen, wie Bitcoin oder Ethereum, mittlerweile ein Geschäft mit sehr großer Konkurrenz geworden ist. Hier gilt die Formel, umso größer der Wettbewerb, desto schwieriger wird es für den Einzelnen Mining lohnenswert zu betreiben. Deshalb sind Mining Pools entstanden.

Mining Pools

Grundsätzlich kann man die Funktionsweise eines Mining Pools mit der einer Lotto-Tippgemeinschaft vergleichen. Wenn sich viele Spieler zusammen tun, dann hat die ganze Gemeinschaft eine höhere Chance auf einen Gewinn.

Würde ein einzelner Miner heute versuchen einen Bitcoin zu schürfen, so hätte diese Unternehmung wohl kaum noch eine Chance profitabel zu sein. Wenn sich sehr viele Miner an einen Pool anschließen, kommt einiges an Rechenleistung zusammen. Wird dann ein Block gefunden, bekommt jeder anteilig Bitcoins oder Ethereum ab. Dieser Anteil ist abhängig von der Rechenleistung, die du in den Pool einbringst. Pool Mining bringt mehrere Vorteile mit sich. Man kann auch mit einer geringen Rechenleistung beim Mining mitmischen, denn das Risiko Verluste zu machen ist beim Pool Mining geringer. Außerdem braucht man beim Pool Mining nicht die gesamte Blockchain, mit allen bis dato durchgeführten Transaktion, herunter zu laden. Das spart Speicherplatz und natürlich jede Menge Zeit. Die Nachteile sind, dass es eine Pool-Gebühr anfällt. Diese beträgt in den meisten Fällen ein Prozent. Dazu kommt, dass viele Mining Pools nicht transparent sind. Man weiß also nicht, wer der Betreiber des Pools ist und was hinter den Kulissen passiert. In Internet findet man jedoch eine Vielzahl an Testberichten und Übersichten zu Mining Pools, die den Start erleichtern. Im Bild 1 sind die größten Bitcoin Mining Pools nach Hash-Rate-Verteilung zu sehen. Die Hash Rate ist die Maßeinheit der Rechenkraft des Bitcoin-Netzwerks.

Bild 1)

Quelle: www.blockchain.com

Analyse geschrieben von Oliver Bossmann, Marktanalyst von Emden-Research.com

Disclaimer:

Die Inhalte dieses Beitrages dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Inhalte sind niemals dahingehend zu verstehen, dass Emden Research den Erwerb oder die Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt für eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie für eine bestimmte Person empfiehlt oder für geeignet hält. Insbesondere berücksichtigen die Inhalte nicht die individuellen Anlageziele oder finanziellen Umstände des einzelnen Investors. Die in den Inhalten wiedergegebenen Bewertungen, Schätzungen und Prognosen reflektieren die subjektive Meinung des jeweiligen Autors bzw. der jeweils zitierten Quelle, können jederzeit Änderungen unterliegen und erfolgen ohne Gewähr. In jedem Fall haftet Emden Research nicht für Verluste, welche Sie direkt oder indirekt durch eine Anlageentscheidung erleiden, die Sie aufgrund der Inhalte getroffen haben.

Oliver Bossmann arbeitet schon seit über 15 Jahren mit CFD- und FX-Brokern zusammen. Er besitzt ein umfangreiches Wissen über die Programmierung von Handelssystemen, fundamentaler sowie technischer Marktanalyse. Oliver Bossmanns Devise beim Trading: Diversifikation in unterschiedlichen Anlageklassen und etablierten Strategien ist Trumpf! Bevor er zu Emden Research kam, hat Herr Bossmann als Finanzmarktanalyst die Forschungsabteilungen in Deutschland für den US-amerikanischen Broker FXCM und den in London ansässigen Broker ETX Capital geführt. Davor hat er als Leiter Trading für FXFlat erfolgreich die Konten von privaten Klienten und Organisationen verwaltet. Als ausgewiesener Finanzmarkt-Insider hat er das Potential von Blockchain-Technologie und Kryptowährungen für die Finanzbranche und das moderne Geldsystem schon früh erkannt und sich in den vergangenen Jahren auf diesen Bereich fokussiert.



Advertisment ad adsense adlogger

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen