DAX 30 rutscht ab – Streit um italienischen Haushalt eskaliert

(Emden-Research.com – 11:05 Uhr) – Durchwachsene Vorgaben und die Eskalation im Haushaltstreit zwischen Italien und der EU-Kommission verhageln den Handelsauftakt am deutschen Aktienmarkt. An der  Wall Street vermochte lediglich die Technologiebörse Nasdaq, nach zuletzt herben Verlusten, einen moderaten Aufschlag zu behaupten. Gemischte Vorgaben aus Asien dienen ebenfalls kaum zur Orientierung. An den Börsen in Shanghai, Hongkong und Soul kam es zur Wochenmitte durchweg zu Verlusten. Der japanische Nikkei verzeichnete dagegen ein überschaubares Plus von 0,2 Prozent.

Störfeuer kommt gleich aus mehreren Richtungen. Vorneweg belastet der Schuldenkonflikt um den Haushalt Italiens. Der bis zum gestrigen Tag bei der EU-Kommission einzureichende, überarbeitete Budgetentwurf des Mittelmeer-Anrainers weist keine signifikante Reduzierung der geplanten Neuverschuldung aus. Die zur partiellen Gegenfinanzierung beabsichtigte Veräußerung von italienischem Staatseigentum dürfte Brüssel kaum zufrieden stellen. Damit liegt der Ball wieder im Spielfeld der EU und eine weitere Eskalation steht bevor.

Einen Lichtblick gibt es derweil in den Verhandlungen um einen geordneten Brexit. So sollen die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union zu einer Einigung gelangt sein. Völlig offen ist aber, ob dieser Entwurf auch die Zustimmung der Politik in London findet. Am heutigen Nachmittag tagt nun das britische Kabinett, um über das Verhandlungsergebnis zu befinden.

Derweil werden die konjunkturellen Sorgenfalten zusehends größer. Der gestrige massive Einbruch der Ölpreise resultiert aus dem monatlichen Opec-Report, der von einem signifikanten Nachfragerückgang für das Jahr 2019 ausgeht. Gegen eine preisstabilisierende Drosselung der Förderquoten durch die Kartell-Mitglieder sprach sich postwendend US-Präsident Trump via Twitter aus. Der Ölpreis quittierte das Ganze mit einem Preissturz von rund sieben Prozent, dem stärksten Verlust innerhalb eines Tages seit mehr als drei Jahren.

Flankiert wird die negative Gemengelage von schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland. So hat das hiesige Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2018 um 0,2 Prozent gegenüber dem vorhergehenden Quartal nachgegeben. Die deutsche Wirtschaft gilt angesichts ihrer starken Internationalisierung  und globalen Ausrichtung als wichtiger Indikator für den Zustand der Weltkonjunktur. Auch hier hinterlässt der Handelskonflikt zwischen China und den USA also erste Bremsspuren. Der deutsche Leitindex DAX präsentiert zur Stunde ein Minus von 0,7 Prozent bei 11.393 Punkten.

Disclaimer:

Die Inhalte dieses Beitrages dienen lediglich der allgemeinen Information. Sie stellen keine unabhängige Finanzanalyse und keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Sie sollten nicht als maßgebliche Entscheidungsgrundlage für eine Anlageentscheidung herangezogen werden. Die Inhalte sind niemals dahingehend zu verstehen, dass Emden Research den Erwerb oder die Veräußerung bestimmter Finanzinstrumente, einen bestimmten Zeitpunkt für eine Anlageentscheidung oder eine bestimmte Anlagestrategie für eine bestimmte Person empfiehlt oder für geeignet hält. Insbesondere berücksichtigen die Inhalte nicht die individuellen Anlageziele oder finanziellen Umstände des einzelnen Investors. Die in den Inhalten wiedergegebenen Bewertungen, Schätzungen und Prognosen reflektieren die subjektive Meinung des jeweiligen Autors bzw. der jeweils zitierten Quelle, können jederzeit Änderungen unterliegen und erfolgen ohne Gewähr. In jedem Fall haftet Emden Research nicht für Verluste, welche Sie direkt oder indirekt durch eine Anlageentscheidung erleiden, die Sie aufgrund der Inhalte getroffen haben.

Gregor Kuhn ist Co-Founder des Börsen- und Research-Portals Emden Research. Zuletzt leitete er die Ressorts Public Relations, Research und Education der in München ansässigen Bernstein Bank. Seit über 12 Jahren im Finanzsektor und Wertpapiergeschäft tätig, dabei u.a. als Niederlassungsleiter (CMC) und Senior Manager (IG Markets) internationaler börsennotierter Handelshäuser, zeichnet sich der studierte Diplombetriebswirt (Marketing, Communications, HR) und zertifizierte Eurex-Händler (Deutsche Boerse Group) durch seine Expertise in den Bereichen Marktanalyse, Brokerage und Trading börsennotierter Finanzinstrumente aus.

Tags:


Advertisment ad adsense adlogger

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen