Bitcoin: Aktie von AMD vor Bodenbildung?

(Emden-Research.de – 13:05 Uhr) – Wenn Advanced Micro Devices Inc. (AMD) seine Quartalszahlen vorgelegt, dann schauen immer auch viele Kryptoexperten und Blockchain-Investoren auf die Ergebnisse. Denn mit AMD-Grafikkarten wird das Mining von Coins wie Ethereum, Monero oder Zcash betrieben. Jedoch sind die Hochzeiten vorbei, in denen die Krypto-Miner die Regale des Versand- und Einzelhandels leer kauften und es zu Lieferengpässen bei Grafikkarten kam. Extremer Wettbewerb unter den Minern und stark gefallene Kryptowährungskurse haben in den vergangenen sechs Monaten das Mining-Geschäft für die meisten Betreiber aufgrund hoher Stromkosten unrentabel werden lassen. Darunter leidet vor allem AMD, deren Grafikkarten von den Krypto-Minern aufgrund des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses in rauen Mengen gekauft wurden und laut Aussagen des Managements noch im ersten Quartal des Jahres 2018 cirka 10 Prozent des Gesamtumsatzes von 1,65 Milliarden US-Dollar ausmachten.

Mittlerweile ist die Nachfrage vonseiten der Miner nach Grafikkarten komplett weggebrochen, erklärte das Management am Mittwoch den 24. Oktober 2018 nach Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal. Aber trotz des verhagelten Kryptogeschäfts schaffte es AMD auch im zurückliegenden Quartal 1,65 Milliarden US-Dollar umzusetzen und einen Gewinn von 13 Cent pro Aktie zu erwirtschaften. Das lag vor allem an einer höheren Nachfrage nach den CPU- und Server-Chips des Unternehmens und der anhaltenden Stärke neuer Produkte, die zu einer Steigerung der Gewinnmargen führte. Damit übertraf der Chiphersteller die Gewinnerwartungen der Analysten um 1 Cent, verfehlte jedoch die Konsensschätzung für den Umsatz von 1,71 Milliarden US-Dollar.

Der AMD-Kurs, der bis dato ohnehin schon heftig unter Druck war, fiel in Reaktion auf die Zahlen um weitere 15 Prozent und hat sich mittlerweile 50 Prozent von seinem lokalen Hoch bei 34,14 USD entfernt. Ausschlaggebend für den jüngsten Kursrutsch der Aktie war der Ausblick der Unternehmensführung für das vierte Quartal, der mit 1,45 Milliarden US-Dollar Umsatz deutlich unter der Konsensschätzung von 1,6 Milliarden US-Dollar liegt.

Nach diesem extremen Kurssturz kommt natürlich die Frage auf, ob sich bei AMD mittelfristig eine günstige Einstiegsgelegenheit bietet oder Investoren besser die Finger von der Aktie lassen sollten?

Die Chartanalyse deutet darauf hin, dass sich in den kommenden Wochen eine Bodenbildung in der Kursregion zwischen 17 USD und 15 USD vollziehen könnte. Denn zum einen verläuft die von Investoren viel beachtete 200-Tage-Linie aktuell bei 16,92 USD und zum anderen befindet sich um die Marke von 15 USD eine charttechnisch entscheidende Unterstützungszone. Sollte diese Region von den Bullen verteidigt werden können, dann ständen auch schnell wieder Kurse um die Marke von 20 USD auf der Agenda.

Nachdem der Hype um die AMD-Aktie vorbei ist, sollten sich Investoren nun wieder auf die Fundamentaldaten des Unternehmens konzentrieren und die könnten eine nahe liegende Bodenbildung rechtfertigen. Zukünftige Trends in den Bereichen Cloud-Migration, Gaming, Internet of Things und Künstliche Intelligenz unterstützen ein weiterhin gesundes Wachstum für GPUs, CPUs und andere Halbleitergeräte. Wenn auch noch der Kryptowinter vorübergeht und sich das GPU-Mining von Coins wieder lohnt, dann wären bei AMD auch Kurse um 35 USD wieder denkbar.

 

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Oliver Bossmann arbeitet schon seit über 15 Jahren mit CFD- und FX-Brokern zusammen. Er besitzt ein umfangreiches Wissen über die Programmierung von Handelssystemen, fundamentaler sowie technischer Marktanalyse. Oliver Bossmanns Devise beim Trading: Diversifikation in unterschiedlichen Anlageklassen und etablierten Strategien ist Trumpf! Bevor er zu Emden Research kam, hat Herr Bossmann als Finanzmarktanalyst die Forschungsabteilungen in Deutschland für den US-amerikanischen Broker FXCM und den in London ansässigen Broker ETX Capital geführt. Davor hat er als Leiter Trading für FXFlat erfolgreich die Konten von privaten Klienten und Organisationen verwaltet. Als ausgewiesener Finanzmarkt-Insider hat er das Potential von Blockchain-Technologie und Kryptowährungen für die Finanzbranche und das moderne Geldsystem schon früh erkannt und sich in den vergangenen Jahren auf diesen Bereich fokussiert.



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