DAX 30: Einer zu viel – Anleger ziehen Reißleine

(Emden-Research.com – 10:20 Uhr) – Unter der Vielzahl von Belastungsfaktoren ist nun der Budgetstreit um Italiens Haushaltsplanung wohl einer zu viel. Schwache Vorgaben aus dem fernen Osten tun ihr übriges. Im frühen Handel ziehen Anleger die Reißleine und bewegen sich in Scharen an die Außenlinie.

Selbst die Abstufung der Kreditwürdigkeit (Baa3) Italiens seitens der Ratingagentur Moody’s scheinen bei der neuen Regierung des Mittelmeer-Anrainers keinen Eindruck zu hinterlassen. Und am Freitag steht bereits die nächste Einstufung durch Standard & Poor’s auf der Agenda, die wohl kaum optimistischer ausfallen dürfte. Damit dürfte sich der Schuldenstreit zwischen Rom und Brüssel weiter zuspitzen. Eine Einigung ist bis dato nicht in Sicht. Trotz eines „blauen Briefes“ der EU-Kommission angesichts der beabsichtigten drastischen Neuverschuldung will das Euro-Schwergewicht an seinen Haushaltsplänen festhalten.

Noch nicht mal „einen halben Zentimeter“ wolle man davon abrücken, hieß es gestern aus Rom. Damit liegt der Ball wieder im Spielfeld der EU-Kommission. Letztere könnte Italiens Etat-Pläne nun abermals zurückweisen und Nachbesserung einfordern. Ob das italienische Regierungsbündnis dem nachkommt, scheinen Investoren skeptisch zu beurteilen. Angesichts eines möglichen Comebacks der Euro-Krise werfen die Marktakteure Aktien aus den Depots und steuern Sicherheit versprechende Anlagehäfen an. Der Dax verliert zur Stunde 2,1 Prozent auf 11.280 Punkte und fällt damit auf ein 2-Jahrestief. Das in unsicheren Marktphasen als Hort der Stabilität geschätzte Gold gewinnt derweil 0,9 Prozent auf aktuell 1.233 US Dollar je Feinunze.

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Gregor Kuhn ist Co-Founder des Börsen- und Research-Portals Emden Research. Zuletzt leitete er die Ressorts Public Relations, Research und Education der in München ansässigen Bernstein Bank. Seit über 12 Jahren im Finanzsektor und Wertpapiergeschäft tätig, dabei u.a. als Niederlassungsleiter (CMC) und Senior Manager (IG Markets) internationaler börsennotierter Handelshäuser, zeichnet sich der studierte Diplombetriebswirt (Marketing, Communications, HR) und zertifizierte Eurex-Händler (Deutsche Boerse Group) durch seine Expertise in den Bereichen Marktanalyse, Brokerage und Trading börsennotierter Finanzinstrumente aus.



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