Dax im Recovery Modus – Investoren ignorieren Risiken

(Emden-Research.com – 16:00 Uhr) –Die jüngste Erholungsbewegung am deutschen Aktienmarkt setzt sich auch zur Wochenmitte fort. Zwar sind die Gewinne bei Dax & Co. allenfalls moderat. Angesichts des sich zuspitzenden Handelskonfliktes zwischen den USA und China darf man dies aber durchaus als Stärke bezeichnen. Dabei kann der heimische Leitindex auch von freundlichen Vorgaben von der anderen Atlantikseite sowie aus dem fernen Osten profitieren. In der Folge sondiert auch der Dax bis auf weiteres festes Terrain.

Nach dem letzterer die aus den Juni- und August-Tiefs resultierende Widerstandsregion knapp oberhalb von 12.100 Punkten überwunden hat, schieben Anschlusskäufe das Börsenbarometer nun gen Preismarke von 12.200 Zählern. Gen Süden findet sich als ernst zu nehmende Support-Region die nicht zuletzt psychologisch relevante Marke von 12.000 Punkten. Auf der Oberseite wird der nächstgelegene Widerstand durch die obere Begrenzung des fallenden Trendkanals im Tageschart bei 12.400 Zählern repräsentiert. Während die derzeit zu beobachtende Erholungsbewegung durchaus Hoffnung auf mehr macht, sollten Investoren jedoch weiterhin einen kühlen Kopf bewahren. Nicht ausgeschlossen dass mit dem am Freitag stattfindenden, großen Verfallstag an den Terminmärkten die Karten bereits wieder neu gemischt werden.

Im großen Bild (charttechnisches Big Picture) rangiert der Dax zudem weiterhin unterhalb der 200 Tageslinie. Letztere präsentiert sich zugleich abwärts geneigt. Saisonal macht derweil der September seinem Ruf, in puncto Performance einer der statistisch/traditionell schwächsten Kalendermonate zu sein, alle Ehre. Und der Monat ist ja noch nicht rum …! Im Handelskonflikt zwischen USA und China stehen die Zeichen wiederum auf Eskalation. Die Auswirkungen wird die deutsche Wirtschaft spüren, da sie eng in die internationalen Lieferketten eingebunden ist. Und ist der Pulverdampf ggfs. verflogen, dürfte Trump seinen Fokus womöglich wieder auf die alte Welt richten.  Last but not least warten mit einem potentiell ungeordneten Brexit sowie einem kreativen Haushalt Italiens gleich zwei weitere Damoklesschwerter auf die Finanz- und Kapitalmärkte. Als potentielle Belastungsfaktoren lassen sich darüber hinaus erste von der Greenback-Stärke drangsalierte Schwellenländer anführen.

Summa summarum eine Menge Holz!  Zwar heißt es so schön „and remember to come back in September“, doch ob vor diesem Hintergrund derzeit ambitioniertere Positionseröffnungen auf der Tagesordnung stehen sollten, gilt es mit Vorsicht zu bewerten. Zur Stunde notiert der Dax bei 12.209 Punkten 0,4 Prozent fester.

Analyse geschrieben von Gregor Kuhn, Marktanalyst von Emden Research

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Gregor Kuhn ist Co-Founder des Börsen- und Research-Portals Emden Research. Zuletzt leitete er die Ressorts Public Relations, Research und Education der in München ansässigen Bernstein Bank. Seit über 12 Jahren im Finanzsektor und Wertpapiergeschäft tätig, dabei u.a. als Niederlassungsleiter (CMC) und Senior Manager (IG Markets) internationaler börsennotierter Handelshäuser, zeichnet sich der studierte Diplombetriebswirt (Marketing, Communications, HR) und zertifizierte Eurex-Händler (Deutsche Boerse Group) durch seine Expertise in den Bereichen Marktanalyse, Brokerage und Trading börsennotierter Finanzinstrumente aus.



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