BTC: eine Einführung in Kryptowährungen

(Emden-Research.com – 17:15 Uhr) – 

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ (Mahatma Gandhi).

Bitcoin hat im Jahr im Zuge der ersten Lancierung eines Bitcoin-Futures eine bis heute nie dagewesene mediale Aufmerksamkeit erfahren. Nach einem Rekordniveau von bis zu 20.000 Dollar hat die Kryptowährung (Stand: Juli 2018) fast mehr als 60 Prozent ihres Wertes einbüßen müssen. Im vergangenen Jahr hatte sich die bekannteste Währung von ihrem Wert her verzwanzigfacht.  Dennoch rückt Bitcoin nicht aus dem Fokus der Anleger. Die Notenbanken und Regierungen der Welt warnen zwar teilweise vor der neuartigen Währung, bekämpfen diese bislang noch nicht.

 

Was ist Bitcoin?

Bitcoin (kurz: BTC) ist eine digitale Währung auf Basis einer Blockchain, welche durch Kryptografie gesichert und definiert ist. Das Bitcoin-Netzwerk ist die Infrastruktur für ein komplett neues Wirtschafts- und Finanzsystem, welches komplett dezentralisiert ist und vollkommen ohne Mittelsmänner auskommt. In dem System gibt es keine nationalen Grenzen und keine zentralen Institutionen, sondern dieses Wirtschaftssystem funktioniert vollkommen Peer-to-Peer, also von Mensch zu Mensch.

Der Bitcoin- Wechselkurs zum US- Dollar und weiteren wichtigen Währungen wird durch Angebot und Nachfrage, wie bei anderen globalen Wechselkursen bestimmt. Bitcoin wird aktiv in den wichtigsten Währungen der Welt in dezentralisierten Märkten gehandelt. Z.B. in Wallets können Private Keys aufbewahrt und verwahrt werden.

Wieso Bitcoin?

Im Zuge der Finanzkrise aus dem Jahr 2008 wurde Bitcoin erfunden unter dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ erfunden. Die Auswirkungen sollten gewaltig sein. Eine dezentrale Währung zu schaffen, welche  von keiner Notenbank der Welt kontrolliert wird, war das Ziel. Bitcoin ist keine gewöhnliche Währung wie der Euro, Dollar oder Yen. Dennoch lässt sich mit digitalen bereits heute bezahlen, sofern die Akzeptanz gegeben ist. Bis heute haben sich Bitcoin und Co. allerdings noch nicht in Bezug auf ein alternatives Zahlungsmittel durchsetzen können.

Woher stammen eigentlich Bitcoins?

Wie wird sichergestellt, dass sich nicht jeder einfach einen Bitcoin selbst erstellt? Die Regeln, wie viele Bitcoins es gibt und wie sie generiert werden, sind in der Software festgeschrieben und können nur unter sehr schwierigen Bedingungen verändert werden. Bei Bitcoin ist es so, das im Moment im Schnitt alle 10 Minuten 12,5 neue Bitcoins generiert werden. Das ist technisch im Bitcoin-Protokoll so festgelegt und kann nicht verändert werden.

Die Erzeugung von neuen Bitcoins halbiert sich alle 4 Jahre. Die nächste Halbierung von 12 auf 6 Bitcoins pro 10 Minuten endet am 2. Juli 2020 statt.

Man weiß also für die nächsten Jahrhunderte ganz genau, wie viele Bitcoins es geben wird. Dadurch das sich die Anzahl der neu generierten Bitcoins alle 4 Jahre halbiert, nähert sich die Gesamtanzahl aller Bitcoins asymptotisch einer bestimmten Zahl an. In diesem Fall sind das genau 21 Millionen. Technisch werden die 21 Millionen nie erreicht, da irgendwann nur noch ganz kleine Nachkommastellen generiert werden und man sich so den 21 Millionen lediglich annähert. Dadurch ist die Geldschöpfung als Währung vorhersehbar und gleichzeitig limitiert. Das heißt, es kann keine zentrale Stelle plötzlich entscheiden, dass zum Beispiel aus wirtschaftlich motivierten Gründen die Produktion der Geldmenge erhöht werden soll. Das ist bei Bitcoin unmöglich! Diejenigen die Bitcoin benutzen wollen, können sich darauf verlassen, dass die Geldschöpfung genauso vonstattengeht, wie sie in dem Bitcoin- Protokoll festgeschrieben ist.

So lässt sich der starke Vorteil von Bitcoin gegenüber anderen Krypto- Währungen, sogenannten „Altcoins“, wie folgt zusammenfassen: Die Generierung von neuen Bitcoins ist dank des Bitcoin-Protokolls berechenbar, da man sich darauf verlassen kann, wie die Geldmenge.

Welche Alternativen gibt es?

Ether, Ripple und Co, sogenannte „Altcoins“ oder eben eine abgeänderte Kopie des „WhitePapers“, welches für jeden Menschen frei zugänglich ist, erfahren neben Bitcoin ebenfalls große Aufmerksamkeit. Die Währung Ether stellt bislang die Bekannteste dar. Ethereum besitzt ebenfalls keine Kontrollinstanz, welche beliebig Geld drucken oder Referenzkurse setzen kann. Erfunden von Vitalik Buterin, besitzt Ethereum eine dezentralisierte Plattform, welche es ermöglicht „intelligente Verträge“ auszuführen. Die Anwendungen basieren dabei ebenfalls auf einer Blockchain. Mittlerweile verwenden Unternehmen wie Microsoft Ethereum. Eine komplette Allianz (Enterprise Ethereum Alliance) an Unternehmen aus den verschiedensten Bereichen, hat sich zum Ziel gesetzt die Entwicklung von Ethereum weiter voranzubringen. Ethereum (Währung: Ether (ETH)) versteht sich überwiegend als Umgebung für intelligente Verträge, sogenannten „smart contracts“ und gilt als eine Blockchain der zweiten Generation. Erfunden im Jahre 2013 durch Vitalik Buterin, ist Ethereum mehr als nur ein Zahlungsmittel. Anstatt lediglich Coins auf der Blockchain abzuspeichern, ist es durch eine sogenannte Ethereum Virtual Machine (EVM) möglich Programme ausführen zu lassen.

Ist Bitcoin lediglich eine Blase?

Aufgrund des starken Anstiegs im Jahr 2017, werden schnell Vergleiche Finanzkrise aus dem Jahr 2008, der Tulpenmanie oder der Dot-Com-Blase aus dem Jahr 2000 herangezogen.

ETF’s in der Warteschleife

Im März 2017 und und Juli 2018 schlug jeweils ein Antrag auf einen börsennotierten Fonds durch die Winklevoss-Zwillinge fehl. Bis heute liegen zahlreiche Anträge auf den ersten Bitcoin-ETF in den Schubladen der US-Securities Exchange Commission (SEC).

Investieren in Bitcoin

Die Palette an Investitionsmöglichen in Bitcoin und Co. ist heutzutage gewaltig. Derzeit bieten zahlreiche Bitcoin-Börsen den „physischen“ kauf der Währung an. In einer elektronischen Geldbörse (Wallet) wird der Betrag aufbewahrt. Entsprechend ist es sogar möglich, den Kontostand via Smartphone oder Tablet in seiner Hosentasche „aufzubewahren“ um die Wertveränderung jederzeit zu beobachten.

 

Sicherheitsbedenken bezüglich der Aufbewahrung digitaler Gelder bescheren Anlegern dennoch häufig ein mulmiges Gefühl. Eine elektronische Geldbörse hingegen löst im Menschen ein Stück weit Verwirrung aus, da die Währung nicht greifbar ist, getreu dem Motto: „Nur Bares ist Wahres“. Nachrichten diverser Bitcoin- Börsen über Auszahlungsverweigerungen lässt das Vertrauen bröckeln. Nicht ohne Grund lehnte die amerikanische Aufsichtsbehörde den Winklevoss- ETF bis heute jedesmal ab. Der Bitcoin sei insgesamt noch zu unsicher und schwankungsanfällig, heißt es. Richtlinien und Regulierungen befinden sich bis heute im Arbeitsprozess. Ein vertrauensbasiertes Investment aufgrund zahlreicher erfolgreicher Hackerangiffe steht ebenfalls auf der Probe.

BITCOIN IST WIE GOLD

Bitcoin ist niemandes Verpflichtung und Schuld im Gegensatz zu unserem sogenannten „Fiatgeld“, so wie der Euro, der Dollar, der Yen, etc. die alle Schuldgelder sind.

Der Besitz eines Bitcoins ist vergleichbar mit dem Besitz einer Unze Gold. Es ist etwas komplett anderes als einen Hundert-Euro-Schein in der Hand zu haben, dessen Wert davon abhängig ist, ob die Europäische Zentralbank (EZB) es schafft, den Wert des Euros stabil zu halten.

Neben dem Eintauschen Ihrer Währung können Sie auch Ihre Produkte und Dienstleistungen oder Ihre Arbeitskraft gegen Bitcoins anbieten. Bitcoin ist ein Geld wie jedes andere Geld. Wenn Sie es erwerben möchten, müssten Sie es „kaufen“. Das ist genauso, wie wenn Sie Dollar besitzen möchten.

WAS IST DIE BLOCKCHAIN?

Im Zusammenhang mit Bitcoins ist immer wieder die Rede von der Blockchain.
Um wirklich zu verstehen, wie die Krypto-Währung Bitcoin technisch funktioniert, muss man wissen, was die Blockchain ist: Die Blockchain ist ein öffentliches Verzeichnis aller Transaktionen die mit einer digitalen Währung stattfinden. Die Blockchain können Sie sich bildlich wie eine Excel-Tabelle vorstellen, in der jede Transaktion festgehalten wird. Wenn Sie zum Beispiel von Ihrem Smartphone A auf Ihr  Smartphone B einen Bitcoin versenden, wird diese Transaktion in der Blockchain festgehalten. In der Blockchain kann man nun sehen, dass es einen Kontostand gibt, der von Eins auf Null gegangen ist und ein anderes Konto dessen Stand von Null auf Eins gegangen ist. Das Guthaben eines Kontos berechnet sich also aus der Summe der Transaktionen – der Zuflüsse und Abflüsse des Kontos innerhalb der Blockchain.

Die Bitcoins befinden sich nicht auf dem Smartphone. Dort befinden sich lediglich, in einem sogenannten „Wallet“, Ihrer „Geldbörse“, die Schlüssel, die Sie dazu berechtigen, Ihre Bitcoins auf der Blockchain zu bewegen. Nur Sie besitzen die Schlüssel für Ihre Bitcoins. So kann niemand anderes Ihre Bitcoins bewegen. Mit jeder Transaktion wächst die Blockchain-Tabelle, die mittlerweile über 150 GB groß ist. Die Tabelle ist öffentlich und kann von Jedermann heruntergeladen werden. Man könnte sagen, dass die Blockchain für den Bitcoin die Bank ersetzt.

WIE VERWALTE ICH MEINE BITCOINS?

Bitcoins verwalten Sie komplett selbständig. Sie benötigen dafür keine Bank. Sie können Bitcoins selbst verschicken ohne eine Bank, das heißt Sie müssen sich nicht nach Vorschriften und Regeln einer Bank richten. Bitcoin hat damit zwei besondere Vorteile gegenüber klassischen Fiatgeld:

1. BITCOIN IST ERLAUBNISFREI IN DER ANWENDUNG

Sie können es von Venezuela nach Russland schicken und es kann Ihnen egal sein, welches dieser Länder gerade welche Kapitalverkehrskontrollen hat. Sie könnten damit Spenden an jede beliebige Organisation schicken und es kann Ihnen gleich sein, ob irgendeine Regierung sagt, dass genau jene kein Geld erhalten sollen.

2. BITCOIN IST ERLAUBNISFREI IN DER ENTWICKLUNG

Bitcoin ist programmierbares Geld und jeder der in der Lage ist und eine Idee zu dessen Weiterentwicklung hat, kann im Bitcoin-Netzwerk partizipieren.

Bitcoin stellt schon heute eine regelrechte Revolution dar. Die Zukunft dürfte zudem den ein oder anderen überraschenden Moment im Petto haben und vielleicht die Blaupause schlechthin in Bezug auf eine alternative Währung für das Weltwirtschaftssystem sein.

 

Analyse geschrieben von Timo Emden, Marktanalyst von Emden-Research.com

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TIMO EMDEN, MARKTANALYST (B.A.)

Timo Emden ist studierter Betriebswirt, B.A. und Marktanalyst. Seit über 12 Jahren widmet er sich den globalen Finanzmärkten, mit dem Schwerpunkt auf Crypto Assets. Herr Emden konnte seine Expertise bereits bei zwei weltweit führenden Online- Brokern unter Beweis stellen und seine Affinität zu den Märkten gleichzeitig ausbauen. Seine Einschätzungen zu den globalen Finanzmärkten basieren auf der Charttechnik und dem Sentiment – wichtige fundamentale Events hält er dennoch für bedeutend. Als Marktexperte ist Herr Emden ein geschätzter Ansprechpartner für das TV, Presse und Hörfunk.



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