Iota und Ripple: Bitcoin-Futures verantwortlich für Crash?

(Emden-Reseach.com – 10:33 Uhr) – „Der rasche Anstieg und der anschließende Preisverfall nach der Einführung von Futures scheint kein Zufall zu sein“, schreiben vier Forscher in der jüngsten Ausgabe des Economic Letter der San Francisco Federal Reserve. Am 17. Dezember 2017 erreichte die digitale Währung auf einigen Börsen einen Höchststand von 20.000 Dollar. Im Laufe des ersten Quartals brach der Kurs zeitweise um bis zu 60 Prozent auf 6.000 Dollar in die Spitze ein. Die geldpolitischen Entscheidungsträger der Fed äußerten sich gegenüber Bitcoin und Co. zudem ablehnend. John Williams, Präsident der San Francisco Fed, verwies dabei auf die extrem hohe Volatilität des Kurses. Ein „breiterer Abwärtszyklus“ soll zudem auch den zugrundeliegenden „Spot—Markt“ beeinflusst haben, heißt es.
Die Einführung von Bitcoin-Terminkontrakten scheint ein Dilemma für Markteilnehmer zu sein. Auf der einen Seite katapultierte es den Kurs im Dezember nach Bekanntwerden des Einstiegs der CME Group in den Terminhandel den Kurs auf waghalsige Höhen, auf der anderen Seite ist es für einen Teil der Anleger seitdem möglich im großen Stil auf Abwärtsbewegungen zu wetten und scharfe Gegenbewegungen auszulösen. Womöglich hat der Start des Terminhandels Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Die breite Masse dürfte zudem nicht gewillt sein auf fallende Kurse zu setzen. Die Attraktivität Leerverkäufe zu tätigen könnte somit aber in jedem Fall zugenommen haben.
Neben der Lancierung von Future-Kontrakten sind m.E. viele einschlägige Nachrichten wie Handelsverbote bzw. Einschränkungen, kritische Stimmen von Notenbankern und Aufsichtsbehörden sowie Regulierungsfragezeichen um Bitcoin und Co. als Gründe für den kräftigen Preisverfall zu nennen.

 

Miota (USD)-Chart, Tagesbasis

 

Vergleicht mit man die Tableaus der drei Währungen lässt sich eine starke Ähnlichkeit des Kursverlaufs erkennen. Im Zuge des Preisverfalls des Bitcoin-Kurses, kam es ebenfalls bei der Währung Miota zu scharfen Korrekturen bis auf rund 1 Dollar.

 BTC (USD)-Chart, Tagesbasis

Fällt der Bitcoin-Kurs, kann in vielen Fällen ein Preisverfall von Altcoins beobachtet werden

Die Beziehung zwischen dem Kassa-und Futures-Markt ist hierbei ein ausschlaggebender Punkt. Der Futures-Wert steht in enger Verbindung mit dem Kassapreis. Am ersten Tag der Fälligkeit stimmen beide Preise miteinander überein. Der Grund liegt darin, dass beide Objekte an dem besagten Tag gleichwertig sind. Wäre der Futurekontrakt günstiger, könnten Anleger risikolose Abitragegewinne durch den Kauf der Terminkontrakte generieren. Wäre der Future teurer, würde man den Terminkontrakt verkaufen und sich am Kassamarkt entsprechend günstiger eindecken. Bis zum Verfallstag konvergieren entsprechend beide Preise miteinander.

 

Stichwort: ‚Cost-of-carry‘
Erwirbt ein Markteilnehmer  ein Objekt um sicherzustellen, dieses auch ein paar Monate später in seinem Portfolio zu besitzen, ‚verschenkt‘ dieser liquide Mittel und entgangene Zinsgewinne. Neben diesen Opportunitätskosten fallen bei lagerfähigen Objekten ebenfalls Lager- und womöglich Instandhaltungskosten an (cost-of-carry). Bei einem Future-Kontrakt entfallen eben diese besagten Kosten. Demnach sollte der Future-Preis um diese besagten Kosten höher als der Kassa-Preis sein.
Der CME-Future liegt derzeit bei rund 9.395 Dollar, wobei der Kassakurs der Plattform Bitstamp zufolge aktuell bei rund 9.361 Dollar taxiert.

 

 XRP (USD)-Chart, Tagesbasis
 Analyse geschrieben von Timo Emden, Marktanalyst von Emden-Research.com

 

TIMO EMDEN, MARKTANALYST (B.A.)

Timo Emden ist studierter Betriebswirt, B.A. und Marktanalyst. Seit über 12 Jahren widmet er sich den globalen Finanzmärkten, mit dem Schwerpunkt auf Crypto Assets. Herr Emden konnte seine Expertise bereits bei zwei weltweit führenden Online- Brokern unter Beweis stellen und seine Affinität zu den Märkten gleichzeitig ausbauen. Seine Einschätzungen zu den globalen Finanzmärkten basieren auf der Charttechnik und dem Sentiment – wichtige fundamentale Events hält er dennoch für bedeutend. Als Marktexperte ist Herr Emden ein geschätzter Ansprechpartner für das TV, Presse und Hörfunk.



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