Warum Reden über Geld bei der Partnerwahl hilft

(Emden-Research.com – 12:00 Uhr) – Während es in den meisten Beziehungen mittlerweile normal ist, offen über Sex zu sprechen, ist das Thema Geld noch immer ein Tabu. Das ist ein Problem, das Frauen mehr betrifft als Männer, da sie seit Jahrzehnten stärker von Altersarmut betroffen sind und es auch noch lange sein werden. Bereitwillig überlassen sie die Finanzen dem Mann, der angeblich sowieso besser damit umgehen kann. Das ist ‚bequem‘, aber ‚dumm‘.

Freundschaft und Leidenschaft werden heutzutage wie selbstverständlich in der Beziehung gepflegt. Die partnerschaftliche Ebene, auf der die „weltlichen“ Dinge geregelt werden müssen, kommt hingegen oftmals zu kurz. Hier erscheint vor allem Frauen das Thema Geld nachrangig, sind sie doch leichtfertig bereit, sich mit der romantischen Liebe zufrieden zu geben, die über allem steht und der einzige Lebenszweck ist. Über Geld zu reden wird als unromantisch empfunden, denn Geld hat die kühle Funktion eines Tauschmittels, das keine emotionale Gegenleistung oder Verpflichtung erfordert. Das hat nichts mit Liebe zu tun und ist oberflächlich, würden viele Frauen sagen.

Es hat jedoch sehr wohl mit Liebe zu tun, wenn man die Finanzen als Paar untereinander fair regelt. Es hat mit Respekt, Anerkennung und einer Partnerschaft auf Augenhöhe zu tun. Das fängt bei der relativen Aufteilung der Mietkosten an, geht über den Wocheneinkauf und reicht bis zur privaten Altersvorsorge. Sind diese Dinge nicht klar und fair geregelt, gerät die Partnerschaft in Schieflage und sorgt früher oder später für Spannungen. Auch Machtverhältnisse können bei Geldfragen zum Ausdruck kommen und die romantische Ebene der Beziehung stören. Allein deshalb sollte Frau sich niemals in Abhängigkeit eines Mannes begeben— auch im Interesse des Mannes.

Spätestens bei einer Trennung guckt frau nicht selten dumm aus der Wäsche, wenn sie bemerkt, wie sie auf der partnerschaftlichen Ebene benachteiligt wurde. Selbst schuld? Ja, mag sein. Hier sind aber auch die Männer gefragt, Fair Play zu spielen. Fair wäre, die Karten auf den Tisch zu legen, und der Frau die Augen zu öffnen. Fair wäre, die Hausar- beit angemessen aufzuteilen. Wirklich fair ist in einer Beziehung mit Kindern: Alles in ei- nen Topf und dann 50/50.

Bedauerlicherweise tun Frauen eine Sache sehr selten: Opportunitätskosten ausrechnen. Sie bleiben häufig zu Hause um Kinderaufzucht und Haushalt zu besorgen. Es liegt auf der Hand, warum Männer sich sträuben, dies zu tun: Sie rechnen sich aus, wie viel sie das kosten würde. Zudem ist ihnen klar, dass sie Schwierigkeiten hätten, nach einigen Jahren Pause im Job wieder den Einstieg zu finden. Ihre Karriere setzen sie meist nur widerwillig aufs Spiel. Frauen verzichten hingegen unbedarft auf ihre Unabhängigkeit und bewerten ihre Arbeit im privaten Bereich viel zu niedrig oder gar nicht.

Teilweise reduzieren kinderlose Frauen ihre Arbeitsstunden auch, sobald sie mit dem Partner zusammen ziehen. Es ist allerdings nicht so, als arbeiteten sie weniger, um in sich selbst zu investieren und sich weiterzubilden. Nein, sie schmeißen stattdessen den Haushalt. Ein echter free lunch für den Partner, der seine Hemden nun nicht mehr selber bügeln, und den Staubsauger nicht mehr in die Hand nehmen muss — es kostet ihn keinen Cent. Die Frau kostet es dafür langfristig umso mehr.

Männer wissen das. Frauen wollen es nicht wissen und schmücken sich geradezu mit ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Finanzthemen. In ihrem eigenen Interesse sollten sie das dringend ändern. Es lohnt sich, früh in der Beziehung über das Thema Geld zu sprechen und berechtigte Forderungen zu stellen. Die Liebe wird auf der partnerschaftlichen

Ebene auf stabile Füße gestellt und beide haben ein reines Gewissen. Eine Frau weiß dadurch, woran sie ist, und guckt nachher nicht enttäuscht in die Röhre. Reden und Regeln über Geld macht die Romantik nicht kaputt. Im Gegenteil, es hilft dabei, den richtigen Begleiter fürs Leben zu finden. Ein Partner der keine fairen Regelungen treffen will, ist vielleicht ein guter Liebhaber für die romantischen Bedürfnisse. Langfristig aber ist er ein schlechter Partner und, mit Verlaub, eine verzichtbare Nullnummer.

 

Geschrieben von Laura Menke – Emden-Research.com



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