Der Begriff der Krise – Angst und Potenzial

Der Begriff der Krise – Angst und Potenzial

Die Schultern spannen sich bei diesem Wort sofort an, doch woran liegt das? Wenn man sich die Herkunft des Begriffes anschaut, kommt der Begriff Krise aus dem griechischen κρίσις krísis und bedeutet ursprünglich Beurteilung, Meinung oder halt Entscheidung. Der Begriff Krise findet heute in fast allen Disziplinen eine Bedeutung und hat stets einen bitteren Nachgeschmack. Versuchen wir heute einmal die Süße darin zu schmecken.

Angstauslöser Krise?

Ob Lebenskrise, physische Krise, Krise in der Liebe oder die uns zu gut bekannte Finanzkrise, alle haben eins gemeinsam – sie werden selten gut verdaut und das liegt nicht nur an dem meist plötzlichen Ausbruch. Wenn die Krise ein Zeitpunkt beschreibt, indem eine Entscheidung getroffen werden muss, entstehen oft Lähmungserscheinungen. Wenn Krise bedeutet, dass eine akribische Beurteilung notwendig ist, dann fehlt oft der Mut, und wenn die Krise einfach nur eine Meinung fordert, dann fehlt oft das nötige Wissen, um der eigenen Meinung ein starkes Fundament zu bieten.

Die Krise zwingt uns, unsere Überzeugungen infrage zu stellen und gegebenenfalls, gegen allen Widerstand zu vertreten. Wieso sich daher der Magen dreht, wenn man den Satz: „Wir befinden uns in einer Krise“ hört, ist klar. Denn die Angst nach geraumer Zeit festzustellen, dass die eigene Beurteilung, Meinung oder Entscheidung doch falsch ist, ist schlicht und einfach nicht für alle zu ertragen.

Die zwei Seiten der Krise

Den Begriff Krise können wir uns als eine Münze mit zwei Seiten vorstellen. Wenn auf der einen Seite, wie bereits beschrieben der Begriff Krise eine scheinbar nicht zu überwältigende Situation darstellt, so kann die Kehrseite ganz besonders glänzen. Sie kann das Potenzial zur neuen Gestaltung des Herkömmlichen sein oder ein Hinweis auf neue Möglichkeiten. Wie ist das gemeint? – Jede Situation, die eine Beurteilung oder Entscheidung fordert, kann als ein Moment aufgefasst werden, neue Wege zu gehen.

Die Krise als Moment zwischen Überleben oder Tod, sowie zwischen Aufgeben oder Weitermachen, zeigt, dass wir durchaus die Fähigkeit besitzen, eine Krise bewältigen zu können. Hierbei wird deutlich, dass nicht der Krisenbegriff problematisch ist, sondern unserer Betrachtungsweise. Wenn Sie also das nächste Mal von einer Krise betroffen sind, nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre eigenen Ansichten zu überdenken. Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Grenzen zu erweitern und Ihre Ängste zu überwinden – entscheiden Sie.

Einige Beispiele
Thomas Alva Edison konnte nur einige Monate an einem geregelten Schulunterricht teilnehmen. Es wird vermutet, dass die Lehrer behaupteten, er sei geistig nicht ganz gesund gewesen. Also wurde der Mutter empfohlen, ihren Sohn von der Schule zu nehmen. In diesem kritischen Moment reagierte die Mutter sehr liebevoll. Sie erzählte ihrem Sohn, dass er die Schule verlassen muss, da er ein Genie sei. Fortan wurde Edison von der eigenen Mutter zuhause unterrichtet. Dass Edison ein Genie war, dass ist uns allen durchaus bekannt. Als er nach dem Tod seiner Mutter den Brief der Lehrer fand, endeckte er, was wirklich die Lehrer von ihm hielten. Darauf hin schrieb er in sein Tagebuch: „Thomas Alva Edison war ein geistig behindertes Kind. Durch eine heldenhafte Mutter wurde er zum größten Genie des Jahrhunderts.“.

Henry Ford´s erste Firma ging pleite. Was er nicht tat, war aufgeben und Steven Spielberg wurde dreimal von der University of Southern California abgelehnt. Dies sind nur einige interessante Beipsiele dafür, wie Menschen mit Krisen umgehen können.

Handelsstrategien und Krisen

Ein gutes Beispiel, welches die zwei Seiten der Krise mit Bezug auf das Trading verdeutlicht, ist der Umgang mit Handelsstrategien. Eine Handelsstrategie ist nichts anderes als eine Entscheidung, die auf Basis von Regelwerken getroffen wird. Wenn die Handelsstrategie nicht funktioniert, befindet Sie sich auch in einer Krise. Diese Krise ist nicht per se schlecht. Denn wenn Sie sich mit dieser Strategie befassen und die Fehler beheben, könnte durchaus Ihre Strategie outperformen. Hierdurch gewinnen Sie neue Erkenntnisse, die Ihr Trading-Verhalten verbessern können. Sie gehen also stärker aus der Krise heraus, als wie Sie hinein gekommen sind.

Analyse geschrieben von Farida Bouhmidi, angehende Wirtschaftsphilosophin von EmdenResearch.com

Farida Bouhmidi, Wirtschaftsphilosophin (B.A.)

Farida Bouhmidi ist Wirtschaftsphilosophin (B.A.). Neben ihrem Studium konnte Sie bereits umfangreiche Erfahrungen im Journalismus und Bankenwesen bei renommierten Unternehmen sammeln. Frau Bouhmidi unterstützt Emden Research, indem Sie durch die Augen einer Philosophin tiefe Einblicke in die Finanzmarkt-Philosophie gewährt.



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